Il Selbstwertgefühl von Jugendlichen ist eines der sensibelsten Themen, mit denen Großeltern heute konfrontiert werden – oft ohne Vorwarnung, mitten in einem ganz normalen Nachmittag. Die Enkelin kommt aus der Schule, lässt die Tasche fallen und sagt: „Ich bin sowieso die Schlechteste in der Klasse.“ Der Großvater weiß nicht, was er antworten soll. Aufmuntern? Widersprechen? Schweigen? Keine dieser Reaktionen fühlt sich richtig an.
Warum aufmunternde Worte manchmal nach hinten losgehen
Die erste Reaktion der meisten Erwachsenen ist Widerspruch: „Das stimmt doch nicht, du bist wunderbar!“ Gut gemeint – aber für einen Teenager, der gerade in einem Strudel aus Selbstzweifeln steckt, klingt das hohl. Jugendliche nehmen unechte Bestätigung sehr genau wahr, und wenn sie das Gefühl haben, nicht wirklich gehört zu werden, ziehen sie sich noch weiter zurück.
Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang von sogenanntem „toxic positivity“: dem Versuch, negative Gefühle mit übertriebener Positivität zu überdecken. Das Problem ist nicht, dass man aufmuntern will – das Problem ist, dass man das Gefühl des Jugendlichen dabei unsichtbar macht. Und wer sich unsichtbar fühlt, redet irgendwann gar nicht mehr.
Was Großeltern wirklich tun können – und was sie von Eltern unterscheidet
Großeltern haben einen einzigartigen Vorteil, der oft unterschätzt wird: Sie stehen außerhalb der alltäglichen Leistungserwartungen. Sie benoten nicht, sie vergleichen nicht mit Geschwistern, sie haben keine pädagogische Agenda. Das macht sie zu einem sicheren Hafen – wenn sie diese Rolle bewusst einnehmen.
Der erste Schritt ist, zuzuhören, ohne sofort zu lösen. Wenn ein Jugendlicher sagt „Alle sind besser als ich“, ist die wirkungsvolle Antwort keine Gegendarstellung, sondern eine Frage: „Was macht dir das größte Sorgen?“ oder „Wann hast du das zum ersten Mal so gefühlt?“ Diese einfachen Fragen signalisieren echtes Interesse – und das ist für Teenager oft wertvoller als jede Antwort.
Aktives Zuhören: Eine Technik, die jeder lernen kann
Aktives Zuhören bedeutet nicht, schweigend nickend dazusitzen. Es bedeutet, das Gehörte in eigenen Worten zurückzuspiegeln: „Du hast das Gefühl, dass die anderen immer einen Schritt weiter sind als du – stimmt das?“ Diese Technik, die aus der Gesprächspsychotherapie nach Carl Rogers stammt, hilft dem Jugendlichen, die eigenen Gefühle klarer zu sehen – ohne dass er sich bewertet fühlt.
Forschungen zur Bindungstheorie zeigen, dass Jugendliche mit einem stabilen Bezugsnetz – zu dem Großeltern entscheidend beitragen können – widerstandsfähiger gegenüber negativen Selbstbewertungen sind. Es geht nicht darum, das Problem zu lösen, sondern darum, eine Beziehung zu sein, auf die der Jugendliche zurückgreifen kann.
Vergleiche mit Gleichaltrigen: Ein entwicklungspsychologisches Phänomen
Der ständige Vergleich mit Gleichaltrigen ist im Jugendalter biologisch und sozial verankert. Das Gehirn eines Teenagers befindet sich in einer Phase intensiver Neuvernetzung, in der soziale Zugehörigkeit lebensnotwendig erscheint – im buchstäblichen Sinne. Wer „dazugehört“, überlebt; wer ausgeschlossen wird, leidet. Diese evolutionäre Programmierung erklärt, warum ein schlechtes Foto auf Instagram sich für einen 15-Jährigen wie eine Katastrophe anfühlen kann.

Großeltern, die das verstehen, reagieren anders. Statt zu sagen „Früher hatten wir diese Probleme nicht“, können sie sagen: „Ich verstehe, dass sich das für dich riesig anfühlt. Erzähl mir mehr.“ Dieser Perspektivwechsel kostet nichts – und verändert alles.
Eigene Geschichten als Brücke
Ein unterschätztes Werkzeug ist das Erzählen eigener Geschichten. Großeltern tragen Jahrzehnte an Erfahrung mit Misserfolgen, Zweifeln und Neuanfängen in sich – und genau das kann für einen Jugendlichen befreiend sein. Nicht als Belehrung, sondern als ehrliches Teilen: „Ich erinnere mich noch genau, wie ich mit 16 dachte, alle anderen hätten es viel leichter als ich. Damals war das…“ Solche Momente schaffen Verbindung, weil sie zeigen: Selbstzweifel sind menschlich – und überwindbar.
Wann professionelle Hilfe notwendig wird
Es gibt Situationen, in denen das Gespräch mit Großeltern allein nicht ausreicht. Wenn ein Jugendlicher über einen längeren Zeitraum anhaltende Selbstabwertung zeigt, soziale Isolation sucht oder Anzeichen von Depression erkennen lässt, ist es wichtig, die Eltern einzubeziehen und gegebenenfalls professionelle Unterstützung durch einen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zu suchen.
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- Anhaltende Schlafprobleme oder Appetitverlust in Kombination mit negativen Selbstaussagen
- Rückzug aus allen sozialen Kontakten, auch aus der Familie
- Aussagen wie „Es wäre besser, wenn ich nicht da wäre“ – diese müssen immer ernst genommen werden
In solchen Fällen ist die Rolle der Großeltern, als Brücke zu fungieren: das Vertrauen des Jugendlichen zu nutzen, um ihn sanft in Richtung professionelle Unterstützung zu begleiten – ohne das Gespräch zu einem Drama zu machen.
Die stille Kraft der Beständigkeit
Am Ende ist es oft nicht das eine große Gespräch, das etwas verändert. Es sind die vielen kleinen Momente: das gemeinsame Backen, die Autofahrt ohne Handy, der Blick, der sagt „Ich bin froh, dass du da bist“ – ohne Bedingungen, ohne Leistungserwartung. Großeltern, die einfach da sind, regelmäßig und verlässlich, schenken einem Jugendlichen etwas, das sich kein Therapieprogramm kaufen lässt: das Gefühl, bedingungslos dazuzugehören.
Und das ist kein kleines Geschenk.
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